Die jüngsten Bildungsdaten sind ein Alarmsignal, das wir nicht länger ignorieren dürfen. Fast jedes dritte Kind im Kindergarten benötigt heute intensive Sprachförderung, doch die Gruppen sind am Limit. Mehr als 25 % der Kinder in den Volksschulen sprechen schlecht Deutsch. Die SPÖ Wels fordert daher ein Ende des politischen Taktierens: Wir müssen jetzt in unsere Kinder investieren, statt auf bürokratische Warteschleifen zu setzen.
Ein kontroversiell diskutiertes Thema war die rasche Umsetzung des Budgetbeschlusses, wonach zusätzliches Personal für die Kindergärten der Stadt eingestellt werden soll.
Während die FPÖ-Stadtführung auf den Abschluss von Bund-Länder-Verträgen (15a-Vereinbarung) wartet, steht das Geld im eigenen Budget bereits bereit. Die SPÖ hat deshalb einen klaren Initiativantrag eingebracht: Die bereits beschlossenen und finanziell bedeckten Personaleinheiten für die städtischen Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen müssen unverzüglich ausgeschrieben und besetzt werden. „Unsere Kinder können nicht warten, bis in fernen Verhandlungszimmern die Tinte trocken ist“, sagt SPÖ-Bildungsreferent Mag. Klaus Schinninger. Ergebnis der Diskussion: die Jobs werden umgehend ausgeschrieben und ab dem neuen Kindergartenjahr 2026/207 auch tatsächlich besetzt.
Ein weiterer zentraler Baustein unserer Offensive ist der Ausbau niederschwelliger Sprachangebote direkt in den Stadtteilen.
„Mama lernt Deutsch“: „Diese Kurse müssen flächendeckend ausgebaut und zeitlich so koordiniert werden, dass sie parallel zu den Betreuungszeiten der Kinder stattfinden. So wird die Kinderbetreuung nicht zur Hürde für den Spracherwerb“, meint SPÖ-Gemeinderätin Gloria-Maria Umlauf. Zusätzlich fordern wir auch ein gezieltes Angebot für Väter, „Papa lernt Deutsch“, um sie als aktive Bildungspartner für ihre Kinder zu stärken. Unser Antrag wurde dem Integrationsausschuss zugewiesen, um dort unsere Forderungen auch tatsächlich in die Umsetzung zu bringen.
Eine heftige Debatte löste ein Dringlichkeitsantrag der FPÖ aus, die unter anderem eine verpflichtende Sommerschule, eine Ausdehnung der Kindergartenpflicht ab dem dritten Lebensjahr, eine Sprachstandfeststellung für unter dreijährige und Sanktionen für Familien fordert.
Wie wenig es der FPÖ Wels um echte Lösungen geht, zeigt ihr aktueller Kurs beim Thema Sommerschule. Diese wurde nämlich im Nationalrat längst beschlossen. Während das Team Rabl in Wels medienwirksam diese verpflichtende Sommerschule fordert, stimmte die FPÖ im Parlament auf Bundesebene gegen genau diese Maßnahme. Wer in Wels nach Härte ruft, während die eigene Partei in Wien die pädagogische Umsetzung blockiert, betreibt kein Bildungsmanagement, sondern reines Ablenkungsmanöver auf dem Rücken der Kinder.
Mit aller Schärfe lehnen wir Pläne ab, die Eltern-Kind-Untersuchung als Kontrollinstrument für den Sprachstand zu missbrauchen. Wer Mediziner:innen zu „Sprachpolizist:innen“ macht, zerstört das mühsam aufgebaute Vertrauen und riskiert, dass Familien aus Angst vor Sanktionen notwendige Vorsorgetermine meiden. „Die Gesundheit unserer Kleinsten darf nicht zum Spielball populistischer Kontrollmaßnahmen werden. Die Arztpraxis muss ein sicherer Hafen bleiben, kein Verhörzimmer der Verwaltung“, ergänzt Umlauf.
In einem Schreiben an den Bürgermeister sieht auch das zuständige Ministerium diese Art der Sprachstandfeststellung sehr kritisch. Überdies sind Sprachexpert:innen der festen Überzeugung, dass es nicht zielführend ist, Kinder die jünger als drei Jahre alt sind einer solchen zu unterziehen.
„Integration gelingt nicht durch Drohungen oder die Kürzung von Familienleistungen, die lediglich soziale Not und Isolation produzieren. Wir setzen auf Ermöglichung statt Bestrafung.Jeder Euro, den wir heute in die Sprachkompetenz investieren, ist eine Investition in den sozialen Frieden und die ökonomische Zukunft unserer Stadt. Eltern, die Deutsch sprechen, können ihre Kinder bei Hausaufgaben unterstützen, kommunizieren auf Augenhöhe mit Lehrkräften und finden leichter den Weg in den Arbeitsmarkt“, endet Umlauf.
Wir wollen ein Wels, in dem Bildung ein Versprechen ist und keine Drohung.