Sommerschule in Wels: Kostenlose Förderung schafft mehr
Chancengerechtigkeit
Sommerschule unterstützt 690 Schülerinnen und Schüler beim Aufholen von
Lernstoff und entlastet Familien – Bildung darf nicht vom Einkommen der Eltern
abhängen.
Auch in Wels bietet die Sommerschule Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, in den
letzten beiden Ferienwochen Lernstoff zu wiederholen, offene Fragen zu klären und sich
gezielt auf das kommende Schuljahr vorzubereiten. Heuer nehmen in Wels insgesamt 690
Schülerinnen und Schüler an der Sommerschule teil.
Besonders für Kinder, die Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben oder mit der deutschen
Sprache haben, kann diese zusätzliche Unterstützung einen wichtigen Beitrag leisten.
Gerade gute Deutschkenntnisse sind eine wesentliche Voraussetzung für den schulischen
Erfolg. Wer sprachliche Schwierigkeiten hat, kann häufig auch in anderen Fächern dem
Unterricht nur eingeschränkt folgen. Sprachförderung ist daher nicht nur eine
Unterstützung im Fach Deutsch, sondern eine wichtige Grundlage für die gesamten
Bildungschancen eines Kindes.
Wie wichtig zusätzliche Förderung ist, zeigen auch die Herausforderungen, vor denen das
Bildungssystem in Wels steht. Die jüngsten Kompetenztests haben insbesondere im
Bereich Deutsch deutlich gemacht, dass bei vielen Kindern zusätzlicher Förderbedarf
besteht. Diese Ergebnisse dürfen weder schöngeredet noch einfach zur Kenntnis
genommen werden. Sie müssen Anlass für rasche und nachhaltige Maßnahmen sein.
Oberösterreichweit nehmen heuer 7.955 Kinder und Jugendliche an der Sommerschule
teil – fast doppelt so viele wie im Vorjahr. An insgesamt 130 Standorten werden die
Schülerinnen und Schüler zwei Wochen lang jeweils vier Stunden am Vormittag
unterrichtet. Im Mittelpunkt stehen insbesondere Deutsch und Mathematik sowie abhängig
von der Schulstufe weitere Gegenstände. Erstmals ist die Teilnahme für außerordentliche
Schülerinnen und Schüler aus Deutschförderklassen verpflichtend. Neben
Lehramtsstudierenden sind auch erfahrene Pädagoginnen und Pädagogen im Einsatz.
Auch für Familien ist ein kostenloses Förderangebot von großer Bedeutung. Private
Nachhilfe kann eine wertvolle Unterstützung sein, ist aber für viele Familien mit
erheblichen Kosten verbunden. Finanzstarke Eltern können ihren Kindern leichter
zusätzliche Lernstunden ermöglichen, während andere Familien diese Ausgaben nicht
tragen können.
„Bildungschancen dürfen nicht vom Einkommen der Eltern abhängen. Gute
Deutschkenntnisse sind die Grundlage dafür, dass Kinder dem Unterricht folgen
und ihre Chancen in der Schule nutzen können. Wir dürfen nicht zulassen, dass ein
Kind zurückbleibt, nur weil es in der Familie nicht die Möglichkeit gibt, sich private
Nachhilfe zu leisten. Eine kostenlose Sommerschule ist daher eine wichtige
Unterstützung für die Kinder und gleichzeitig eine konkrete Entlastung für die
Eltern“, betont Vizebürgermeister und Bildungsreferent Mag. Klaus Schinninger.
Gerade für Familien, in denen beide Elternteile berufstätig sind, kann ein verlässliches
Förderangebot während der Ferien eine wichtige Entlastung darstellen. Eltern müssen in
dieser Zeit nicht selbst die Rolle der Nachhilfelehrerin oder des Nachhilfelehrers
übernehmen und werden gleichzeitig finanziell entlastet.
Die Sommerschule kann den notwendigen Ausbau der Förderung während des
gesamten Schuljahres allerdings nicht ersetzen. Zwei Wochen zusätzliche
Unterstützung sind wertvoll, entscheidend ist aber, dass Kinder auch während des
gesamten Schuljahres jene Förderung erhalten, die sie benötigen. Dafür braucht es
ausreichend Förderstunden, qualifiziertes Personal, zusätzliche Sprachförderung und eine
stärkere Unterstützung jener Schulen, die vor besonders großen Herausforderungen
stehen.
„Wir wollen, dass jedes Kind in Wels die gleichen Möglichkeiten bekommt. Wer
Unterstützung braucht, soll sie bekommen – unabhängig davon, wie viel die Eltern
verdienen. Die Sommerschule ist eine wichtige und sinnvolle Ergänzung zu den
bestehenden schulischen Förderangeboten. Gleichzeitig müssen wir dafür sorgen,
dass Förderung nicht auf zwei Ferienwochen beschränkt bleibt. Kein Kind darf
zurückgelassen werden, nur weil seine Eltern keine private Nachhilfe bezahlen
können“, schließt GR Johann Reindl-Schwaighofer.