Der von Vizebürgermeister und Bildungsreferenten Mag. Klaus Schinninger initiierte „Runde
Tisch“ zum Thema Sprachförderung und Bildungschancen in Wels war ein voller Erfolg. 28
Expertinnen und Experten aus Pädagogik, Praxis, Verwaltung und Wissenschaft
diskutierten intensiv über aktuelle Herausforderungen und konkrete Lösungsansätze.
„Die große Beteiligung und die hohe fachliche Qualität der Diskussion zeigen deutlich, wie
dringlich das Thema ist und wie groß auch der gemeinsame Wille, Verbesserungen zu
erreichen“, betont Schinninger.
Ausgangspunkt der Gespräche waren aktuelle Zahlen aus den Welser
Bildungseinrichtungen: Rund 70 Prozent der Kinder in den Kindergärten weisen einen
Sprachförderbedarf auf, etwa zwei Drittel der Pflichtschülerinnen und Pflichtschüler
wachsen nicht mit Deutsch als Muttersprache auf. Gleichzeitig erreicht ein erheblicher Teil
der Kinder die grundlegenden Bildungsstandards – insbesondere in Deutsch, aber auch in
Mathematik – nicht.
„Diese Zahlen spiegeln die Realität in unseren Kindergärten und Schulen wider. Sprache
ist der Schlüssel für Bildungserfolg, Integration und ein funktionierendes
Zusammenleben. Wenn Kinder bereits beim Schuleintritt nicht über ausreichende
Sprachkenntnisse verfügen, müssen wir viel früher und gezielter ansetzen“, so der
Bildungsreferent.
Im Zentrum des Runden Tisches standen daher zentrale Fragestellungen wie die Ursachen
bestehender Defizite, wirksame Maßnahmen in der Sprachförderung sowie konkrete,
kurzfristig umsetzbare Schritte für Wels. Einigkeit herrschte unter den Expertinnen und
Experten insbesondere in mehreren Punkten:
• Es braucht deutlich mehr finanzielle und personelle Ressourcen im Bildungsbereich.
• Bestehende Angebote – vor allem von Vereinen und Institutionen – müssen
ausgebaut und besser miteinander vernetzt werden.
• Frühkindliche Sprachförderung muss weiter gestärkt werden.
• Auch die Einbindung der Eltern spielt eine entscheidende Rolle.
Ein zentraler Vorschlag aus der Runde ist der Ausbau von Bildungsangeboten für Eltern.
Diskutiert wurde unter anderem die Idee eines niederschwelligen Angebotes, um die Eltern
in ihrer Verantwortung für ihre Kinder zu unterstützen, beziehungsweise eines strukturierten
Bildungsangebots, das bereits vor der Geburt eines Kindes ansetzt.
„Bildung beginnt nicht erst im Kindergarten oder in der Schule. Wenn wir Eltern frühzeitig
unterstützen und einbinden, schaffen wir eine entscheidende Grundlage für den späteren
Bildungserfolg der Kinder“, so Schinninger.
Jetzt konsequent weiterarbeiten
Klar ist für die SPÖ Wels: Der Runde Tisch kann nur ein erster Schritt gewesen sein. Weitere
Dialogformate werden folgen.
„Die intensive Diskussion hat gezeigt, dass wir viele gute Ansätze haben. Jetzt geht es
darum, diese zu bündeln, weiterzuentwickeln und konkret umzusetzen. In Wels gibt es
bereits viele unterschiedliche Maßnahmen, vor allem auch auf ehrenamtlicher Basis. Was
es aus meiner Sicht braucht, ist eine Koordinierung dieser Angebote, damit sie
bedarfsgerecht in den Stadtteilen und an allen Schulstandorten ausgerollt werden. Dafür
werden wir den eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen und weitere Runden – in
welcher Form auch immer – organisieren“, hält der Vizebürgermeister fest.
Abschließend unterstreicht er: „Unser gemeinsames Ziel muss es sein, allen Kindern in
Wels faire Bildungschancen zu ermöglichen. Dafür braucht es entschlossenes Handeln,
ausreichende Ressourcen und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten.“