Bildungsnotstand in Wels endlich ernst nehmen!
SPÖ Wels, Eltern und Pädagog:innen schlagen Alarm.
Der von Vizebürgermeister Mag. Klaus Schinninger initiierte Runde Tisch zu den Bildungsdefiziten in Wels hat deutlich gemacht, was viele Lehrer:innen, Direktor:innen, Kindergartenpädagog:innen und Eltern seit Jahren erleben: Die Situation in den Welser Bildungs- und Betreuungseinrichtungen ist längst an einem kritischen Punkt angekommen. Die Ergebnisse der Gespräche bestätigen schwarz auf weiß, dass die Herausforderungen massiv zunehmen – gleichzeitig fehlen seitens des Landes OÖ und des für Personal und Finanzen zuständigen Bürgermeister Dr. Rabl weiterhin konkrete Maßnahmen und ausreichende finanzielle und personelle Ressourcen.
Alarm in den Bildungseinrichtungen
Besonders alarmierend sind die Rückmeldungen der Pädagog:innen selbst. Sie berichten von immer größeren sprachlichen Defiziten bei Kindern, steigenden sozialen und psychischen Belastungen sowie einem Alltag, der zunehmend von Überforderung geprägt ist.
„Viele Lehrer:innen und Pädagog:innen müssen mittlerweile nicht nur unterrichten und betreuen, sondern gleichzeitig Sozialarbeit, Konfliktmanagement und Integrationsarbeit leisten – oft ohne ausreichende Unterstützung“, macht Vizebgm. Klaus Schinninger auf die Problematik aufmerksam.
Die Probleme beginnen dabei längst nicht erst in der Schule. Auch die Kindergärten der Stadt stehen massiv unter Druck. Gerade dort braucht es mehr gut ausgebildete Pädagog:innen, kleinere Gruppen und deutlich mehr Mittel für frühe Sprachförderung.
„Wer Integration und Chancengleichheit wirklich ernst meint, muss bereits im Kindergarten ansetzen und darf die Einrichtungen mit den steigenden Anforderungen nicht alleine lassen“, meint Fraktionsvorsitzende GR Silvia Huber in Richtung Bürgermeister Rabl.
Lehrermangel akut
Dazu kommt der akute Lehrermangel an den Pflichtschulen in Wels. Bereits jetzt können offene Stellen vielerorts nur mehr mit Notlösungen besetzt werden. Für das kommende Schuljahr ist die Prognose dramatisch. Unterrichtsausfälle, überlastete Lehrkräfte und ständig wechselnde Betreuungspersonen sind für viele Kinder längst Realität geworden. Besonders betroffen sind Schulen mit hohem Unterstützungsbedarf, wo erfahrene Pädagog:innen dringend gebraucht würden.
Zusätzlich verschärft der Platzmangel an mehreren Schulstandorten die Situation weiter. Dass die Volksschule Wels-West erst jetzt umgesetzt wird, ist auch ein Ergebnis jahrelanger politischer Blockade.
Jahrelange Blockade durch Bürgermeister
„FPÖ-Bürgermeister Dr. Rabl hat den dringend notwendigen Neubau über zehn Jahre lang verhindert. Erst jetzt wird die Schule unter Bildungsreferent und Vizebürgermeister Mag. Klaus Schinninger tatsächlich realisiert. Wäre dieser Neubau früher umgesetzt worden, hätte Wels heute zumindest beim Platzproblem deutlich mehr Handlungsspielraum – etwa für dringend benötigte Kleinklassen für Schüler:innen mit erhöhtem Betreuungsbedarf“, meint Silvia Huber.
Für die SPÖ Wels ist klar: Es reicht nicht mehr, Probleme nur zu analysieren. Die Stadt und vor allem das Land Oberösterreich müssen endlich handeln.
Die Forderungen der Pädagog:innen liegen klar auf dem Tisch:
• kleinere Klassen und mehr Team-Teaching
• höherer Personalschlüssel in den Kindergärten
• zusätzliche Deutschförderkräfte und mehr Mittel für Sprachförderung bereits im Kindergarten
• mehr Schulsozialarbeiter:innen, Supervision, Unterstützungskräfte und zusätzliches Fachpersonal an den Schulen
• rasche Maßnahmen gegen den Lehrermangel
• attraktivere Arbeitsbedingungen für Pädagog:innen
• mehr Weiterbildungsangebote und stärkere Unterstützung der Schulteams
• gemeinsame Maßnahmen zur Stärkung des Teamzusammenhalts wie Sommerfeste und Weihnachtsfeiern für Lehrer:innen
• eine deutliche Erhöhung der frei verfügbaren Mittel für die Schulen, etwa beim Kanzleigeld
• ausreichende räumliche Kapazitäten und ein konsequenter Ausbau der Bildungsinfrastruktur
• Ausbau der Stadtbibliothek/Mediathek zu einem modernen Lern- und Bildungsort
• Unterstützung und Finanzierung von privaten Initiativen von Vereinen und Organisationen (Lernbegleitung, Lerncafe, Lerntafel, etc.)
„Unsere Lehrerinnen, Lehrer und Kindergartenpädagog:innen arbeiten längst am Limit. Wer die Warnungen aus den Bildungseinrichtungen jetzt noch ignoriert, gefährdet die Bildungs- und Zukunftschancen einer ganzen Generation“, erklärt Bildungsreferent Schinninger.
Besonders kritisch sieht die SPÖ Wels, dass die Verantwortung seit Jahren zwischen Bund, Land und Gemeinden hin- und hergeschoben wird, während Schulen und Kindergärten mit den Problemen alleine gelassen werden. Statt politischer Ausreden braucht es endlich einen gemeinsamen Kraftakt für bessere Bildungschancen und funktionierende Bildungs- und Betreuungseinrichtungen.
Gemeinsamer Kraftakt gefordert
„Wels darf nicht zur Stadt werden, in der engagierte Pädagog:innen ausbrennen und Kinder aufgrund fehlender Unterstützung zurückgelassen werden. Bildung ist kein Nebenschauplatz – sie entscheidet über Integration, sozialen Zusammenhalt und die Zukunft unserer Stadt“, fährt Schinninger fort.
Die SPÖ Wels fordert daher Bürgermeister Dr. Rabl auf, in seinen Bereichen umgehend tätig zu werden!
„Warum öffnet Rabl nicht endlich seinen „Geldspeicher“ und nimmt ein paar hunderttausend Euro zur Hand, um auch den Lehrer:innen zusätzliche Weiterbildung, Teambuildingmaßnahmen wie
Sommerfest und Weihnachtsfeier, sowie mehr frei verfügbare Geldmittel für die Schulen zu ermöglichen? Ganz zu schweigen von den dringendst notwendigen zusätzlichen Personaleinheiten, sowohl für die Kindergärten als auch die Schulen“, fragt Silvia Huber.
„Dagobert“ Rabl
„Wir brauchen raschest Investitionen in den Bildungsstandort Wels! Was nützen uns Rücklagen in Millionenhöhe, wenn wir als Stadt mehrere Jahrgänge an Kindern in der Luft hängen lassen. Auch für den Wirtschaftsstandort Wels ist das auf Sicht fatal! Dagobert Rabl muss endlich aufwachen!“, nimmt Schinninger einen augenzwinkernden Bezug auf Dagobert Duck, dem knausrigen Multimillionär aus den Walt Disney-Comics.