Seit dem Sparbudget von Landeshauptmann Stelzer wurde Streetwork auch in Wels massiv gekürzt – ein dezentrales Streetwork in den Stadtteilen gibt es seither nicht mehr. „Unsere Streetworker:innen haben schlicht zu wenig Kapazitäten, um Jugendliche in den Stadtteilen zu erreichen. Wer Unterstützung braucht, muss heute selbst den Weg in die Innenstadt finden – das Prinzip der aufsuchenden Jugendarbeit ist damit faktisch ausgehebelt“, so SPÖ-Gemeinderätin Laurien Janina Scheinecker.
Verantwortung auch für soziale Sicherheit übernehmen
„Wir befinden uns in einer paradoxen Situation“, kritisiert Scheinecker weiter. „Gerade jetzt, wo die Herausforderungen in der Jugendarbeit wachsen, stehen immer weniger Ressourcen zur Verfügung.“
Die Stadt Wels verweist in diesem Zusammenhang immer wieder auf die Zuständigkeit des Landes. Dabei wäre es für die Stadt ein Leichtes, selbst die Verantwortung zu übernehmen und Personal für diesen sozialpolitisch wichtigen Teil unserer Stadt einzustellen. Beim Thema Sicherheit ist das offenbar selbstverständlich. Hier nimmt die Stadt viel Geld in die Hand – wenn es um die soziale Sicherheit unserer Kinder und Jugendlichen geht, fühlt sich die Stadt plötzlich nicht zuständig.
Dass die Resolution der Grünen Fraktion, die sich an das Land Oberösterreich richtet, kurzerhand mit den Stimmen der FPÖ und der ÖVP in einen Ausschuss verschoben wurde, passt ins Bild: „Anscheinend ist das einfach kein Thema, über das man ernsthaft diskutieren will. Das zeigt klar, welchen geringen Stellenwert Kinder- und Jugendarbeit in dieser Stadtpolitik hat“, ergänzt Vizebürgermeister Mag. Klaus Schinninger.
„Es geht um unsere Kinder und Jugendlichen. Für die tragen wir Verantwortung. Wels hätte sehr wohl die Möglichkeit, hier selbst aktiv zu werden. Statt die Verantwortung abzuschieben, muss die Stadt endlich handeln und die Jugendarbeit nachhaltig stärken“, fordert Scheinecker.