Wels hinkt bei Digitalisierung in der Pflege hinterher
Die SPÖ Wels hat für den nächsten Gemeinderat einen Initiativantrag zum Thema „Digitalisierung in der Pflege“ eingebracht. Linz zeigt es vor: Digitale Unterstützungssysteme entlasten die Mitarbeiter:innen, vereinfachen Arbeitsabläufe und schaffen mehr Zeit für die eigentliche Arbeit mit den Bewohner:innen. „Gerade in den Alten- und Pflegeheimen liegt hier eine große Chance, um die Belastung für Pflegekräfte zu reduzieren und den Alltag für die Bewohnerinnen und Bewohner zu erleichtern“, so Gemeinderätin Hannah Stögermüller.
Fehlende Kapazitäten in Pflegeberufen – Raggl-Mühlberger gesteht Schwächen ein
Die derzeitige Diskussion rund um die Pflegelehre in Wels zeigt, dass die Personalsituation in den städtischen Alten- und Pflegeheimen nach wie vor angespannt ist. Die zuständige Referentin Frau Vbgmin Raggl-Mühlberger (FPÖ) sagt laut Medienberichten selbst, dass Wels in den städtischen APH´s personell schwach aufgestellt ist. „Es ist sinnvoll, über neue Ausbildungswege zu reden. Aber das Grundproblem bleibt: Wir haben nicht einmal genug diplomierte Pflegekräfte, um neue Kolleg:innen ordentlich auszubilden. Bevor man Jugendliche zu früh in ein System schickt, das selbst am Limit läuft, braucht es bessere Rahmenbedingungen für die Beschäftigten. Neben einem besseren Pflegeschlüssel liegt die große Chance in der Digitalisierung, weil das Mitarbeiter:innen entlastet“, stellt Stögermüller klar.
Entwicklungen nicht verschlafen
Digitale Tools können eine große Erleichterung darstellen, wie das Beispiel des Seniorenzentrums Liebigstraße in Linz zeigt. So kann KI-basierte Spracherkennung den Dokumentationsaufwand erheblich reduzieren. Die Sturzerkennung erhöht die Sicherheit, da Stürze sofort erkannt werden und das Pflegepersonal rasch reagieren kann. Durch den Einsatz der Telemedizin konnten im Seniorenzentrum Liebigstraße ein Großteil der Krankenhausbesuche vermieden werden – ein großer Vorteil für die Bewohner:innen, für die Krankenhausaufenthalte eine Belastung darstellen. „Wenn die Stadt als Arbeitgeberin weiterhin für Pflegekräfte attraktiv bleiben und die eigenen Mitarbeiter:innen langfristig halten will, dürfen diese Entwicklungen nicht verschlafen werden“, richtet Stögermüller ihren Appell an die zuständige Referentin.
Mehr Zeit für die Menschen
„Die Digitalisierung ersetzt nicht den Menschen – sie unterstützt ihn. Wenn Pflegekräfte dank digitaler Unterstützung mehr Zeit für Ausbildung und Betreuung haben, gewinnen alle: die Pflegekräfte, die Auszubildenden und die Menschen, die Pflege benötigen. Mit Hilfe neuer Technologien sollen Pflegekräfte ihre Zeit dort investieren können, wo sie am meisten gebraucht wird: bei den Menschen“, ergänzt Vizebürgermeister Mag. Klaus Schinninger.